Seit 1970 sind viele ländliche Gebiete des Schweizer Mittellands und der Voralpen durch ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum geprägt. Hingegen sind die wirtschaftliche Entwicklung und die Arbeitsplatzzahlen dieser Gebiete meist stagnierend oder gar rückgängig. Grund: Um ihrer Arbeit nachzugehen, pendeln viele Einwohnerinnen und Einwohner der ländlichen Gebiete in die Städte. Vereinfacht heisst das, dass der ländliche Raum zur wirtschaftlichen Peripherie der Metropolen geworden ist. Dieser Zustand birgt jedoch auch Chancen für die ländlichen Gebiete. Insbesondere für jene, die eine gesunde Demographie, eine hohe Kaufkraft vor Ort und eine gut ausgebaute Infrastruktur aufweisen.
Wirtschaftliches Potenzial nutzen
Die Frage ist, wie diese Kaufkraft für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region genutzt werden kann. Eine Möglichkeit sehen die Autoren in der «residentiellen Ökonomie». Der Begriff ist im deutschen Sprachraum noch relativ wenig verbreitet. Gemeint sind alle öffentlichen und privaten Dienstleistungen rund ums Wohnen (Läden, Tea-Room, Coiffeur etc.), Freizeit (Kino, Sport etc.) und Tourismus (Unterkünfte, Wanderwege etc.), die in einem ländlichen Gebiet angeboten werden.
Die Forschungsarbeit «We Live Here and We Work Here» zeigt anhand von Fallbeispielen unter anderem auf, dass die residentielle Ökonomie ein wichtiger Faktor der regionalen Entwicklung sein kann. Beleuchtet werden ihre Bedeutung für die Regionalwirtschaft und ihre Schnittstellen mit der Raumentwicklung.
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