Die Wissensplattform der Neuen Regionalpolitik (NRP)

Interreg

Interreg

Die verschiedenen Interreg-Programme, an denen sich die Schweiz beteiligt, und deren Projekte sind wichtig für die Schweiz und machen einen wichtigen Anteil der Schweizer Regionalpolitik aus. Dies waren die hauptsächlichen Erkenntnisse einer externen Evaluation 2013 zur Schweizer Teilnahme an Interreg. Der Bund hat deshalb beschlossen, die Schweizer Teilnahme auch 2014–2020 im Rahmen der NRP zu fördern. Für die Teilnahme an Interreg V stellt der Bund im Rahmen der NRP insgesamt rund 50–60 Millionen Franken aus dem Fonds für Regionalentwicklung zur Verfügung.

Was ist Interreg?

Mit Interreg hat die Europäische Kommission Anfang der 1990er-Jahre ein Instrument geschaffen, das die Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinaus fördert. Interreg unterstützt gebiets- beziehungsweise grenzübergreifende Projekte, die den Dialog zwischen den Regionen in der Europäischen Union (EU) und deren Nachbarländern fördern und die Bevölkerung dieser Regionen einander näher bringen.

In bisher vier Förderperioden wurde mit Interreg europaweit die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit Tausenden von Projekten gestärkt. In den 1990er-Jahren musste die Zusammenarbeit vielerorts erst aufgebaut werden. Heute stehen verstärkt konkrete gemeinsame Ziele im Fokus.

2014 startete mit Interreg V die fünfte Programmperiode, die bis 2020 dauert. Der Bund fördert im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) seit 1. Januar 2008 die Mitwirkung der Kantone an Interreg. Für die Teilnahme an der neuen Programmperiode stellt der Bund im Rahmen der NRP insgesamt rund 50–60 Millionen Franken zur Verfügung.


Ziel von Interreg V

Ziel von Interreg V ist es, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der EU und deren Nachbarländern zu stärken. Gleichzeitig soll eine ausgewogene räumliche Entwicklung ermöglicht werden. Interreg V unterstützt dazu Projekte, die die grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit fördern.


Die Förderbereiche von Interreg V

An Interreg V können sich alle europäischen Regionen beteiligen – unabhängig davon, ob sie sich an der Grenze oder im Landesinnern befinden. Das Förderprogramm Interreg V (2014–2020) umfasst drei Ausrichtungen. Die Schweiz beteiligt sich an allen drei:

  • Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Zusammenarbeit zwischen Regionen, die zu verschiedenen Ländern gehören, aber eine gemeinsame Grenze haben. Die sogenannten Interreg-A-Programme richten sich an Projektträger aus folgenden Kantonen: AG, AI, AR, BE, BS, BL, FR, GE, GL, GR, JU, NE, SG, SH, SO, TG, TI, VD, VS, ZH. Die Grenzkantone der Schweiz bilden mit den benachbarten ausländischen Regionen vier Programmgebiete: Oberrhein, Alpenrhein–Bodensee–Hochrhein, Italien–Schweiz und Frankreich–Schweiz.
  • Transnationale Zusammenarbeit: Zusammenarbeit zwischen benachbarten Regionen innerhalb grösserer zusammenhängender Räume. Diese Gebiete erstrecken sich über mehrere Länder und Regionen, die aufgrund ihrer geografischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen oft vor ähnliche Herausforderungen gestellt sind. Die sogenannten Interreg-B-Programme ermöglichen es, die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Die Schweiz beteiligt sich an den Programmen: Alpenraum und Nordwesteuropa.
  • Interregionale Zusammenarbeit: Zusammenarbeit zwischen nicht benachbarten Regionen aus ganz Europa. Die Programme sollen Wissen zu verschiedenen Themenbereichen vernetzen, die anderen Programme der Regionalpolitik aber auch dabei unterstützen, voneinander zu lernen, wie die Umsetzung verbessert werden kann. Die Schweiz beteiligt sich an allen vier Programmen: Interreg Europe, URBACT, ESPON und INTERACT.

Schweizer Beteiligung an Interreg V

Seit 1. Januar 2008 fördern Bund und Kantone im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) die Schweizer Beteiligung an der grenzüberschreitenden, regionalen Zusammenarbeit (Interreg A) und engagieren sich selbst bei transnationalen (Interreg B) und interregionalen (Interreg Europe, URBACT, ESPON) Programmen. Bei der Umsetzung von Interreg-A-Projekten wird den Kantonen Freiraum gelassen. Jedoch müssen die Bundesgelder und der Grossteil der kantonalen Äquivalenzmittel für Projekte eingesetzt werden, die mit den regionalpolitischen Zielen der NRP vereinbar sind (NRP-kompatible Projekte).

Den Kantonen steht es frei, sich sowohl innerhalb als auch ausserhalb der NRP an Interreg V zu beteiligen. Folglich können sie sich mit eigenen Mitteln auch an Projekten beteiligen, die keine Unterstützung des Bundes erhalten. Schliesslich können sich Schweizer Interessentinnen und Interessenten aus eigener Initiative bei Projekten engagieren, die nur kantonale oder gar keine öffentlichen Gelder erhalten.

Die Themenschwerpunkte, Antragsverfahren, Projektauswahlkriterien usw. unterscheiden sich je nach Programmgebiet.

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